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Changa - Enzyklopädie

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Changa

2 Kommentare

Was ist Changa?

Changa Mischung mit Königskerze, Blauer Lotusblume und Pao d’arco

Changa ist eine rauchbare Kräutermischung, die sowohl ein DMT-Extrakt, als auch eine MAO-hemmende Pflanze beinhaltet. Sie erzeugt einen kurzen, intensiven Trip, der fast genauso wirkt wie das Rauchen von purem DMT.
Auf Grund des MAO-Hemmers, – normalerweise das Ayahuasca-Gewächs Banisteriopsis Caapi – beginnt der Trip langsam, dauert länger und wird generell als eher geerdet wahrgenommen. Changa wird manchmal auch ‘rauchbares Ayahuasca’ genannt. Dies ist ein relativ neues Phänomen, welches hauptsächlich in der westlichen Psychedelic-Szene angesiedelt ist.

Inhalt

Banisteriopsis Caapi

Changa kann eine unglaubliche Vielfalt von Pflanzen und Kräutern enthalten. Es ist schlussendlich das ultimative do-it-yourself Projekt. Jeder Changa-Alchemist entwickelt sein eigenes, einzigartiges Rezept, abhängig von der Verfügbarkeit der Pflanzen, speziellen Bedürfnissen und Kreativität. Changa beinhaltet jedoch immer mindestens eine Pflanze (oder Extrakt) mit MAO-hemmenden Eigenschaften und ein DMT-Extrakt.

Das Ayahuasca-Gewächs Banisteriopsis Caapi wird normalerweise als der Hauptbestandteil der Mischung angesehen. Sowohl der Stamm, als auch die Blätter werden verwendet. Als Alternative kann auch ein Extrakt aus Syrischer Raute (Peganum harmala) verwendet werden (die Samen haben eine stark MAO-hemmende Wirkung, sind allerdings etwas weniger angenehm zu rauchen). Ein weiterer MAO-Hemmer ist Passionsblume (Passiflora incarnata), sie ist weniger stark in der Wirkung, wird aber auf Grund ihrer sanften und beruhigenden Eigenschaften gerne verwendet.

Bevorzugterweise wird DMT aus pflanzlichen Substanzen gewonnen. In manchen Fällen wird der Mischung allerdings auch synthetisches DMT zugefügt. In Australien ist der Akazienbaum die meist verbreitete Quelle für DMT, verwendet werden zum Beispiel Acacia obtusifolia, Acacia confusa oder Acacia acuminata. Überall sonst auf der Welt bevorzugen die meisten Leute Mimosa hostilis. Andere Pflanzen mit DMT-Bestandteilen sind Chaliponga (Diplopterys cabrerana), Chakruna (Psychotria viridis) oder Schilfgras bzw. Rohrglanzgras (Phalaris brachystachys oder Phalaris arundinacea). Es ist auch möglich eine Kombination der verschieden Pflanzen zu verwenden.

Der Mischung kann eine grosse Vielfalt an Pflanzen und Kräutern beigefügt werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Möglicherweise möchte man dem Ganzen eine spezielle Note geben (zum Beispiel, wenn man die traumanregenden Kräuter Calea zacatechichi und Silene capensis verwendet), der Mischung einen speziellen Geschmack (Pfefferminze, Lavendel) oder einen bestimmtes Aussehen (Blaue Lotusblume) verleihen.
Die beiden SeitenDeoxy und DMT-Nexus geben einen Überblick über die verschiedenen Changa-Bestandteile.

Acacia obtusifolia



Zuerst wird DMT aus der Pflanze gewonnen. Danach wird die Kräutermischung mit dem Extrakt angereichert. Dafür können verschiedene Lösemittel verwendet werden. Oft werden Alkohol oder Ethanol gebraucht, aber auch Essig und Zitrone funktionieren. Die Kräuter werden dann so lange getrocknet, bis das Lösemittel vollständig verdampft ist. Diese Methode ist unter dem Namen ‘Enhanced leaf’ bekannt. Um der Mischung eine stärkere Wirkung als die der ursprünglichen Pflanzen zu verleihen, werden oft auch noch andere Kräuter auf ähnliche Weise angereichert. Julian Palmer, der den Namen ‘Changa’ geprägt hat, empfiehlt dieses Rezept:

Ein DMT-Extrakt der Acacia obtusifolia wird einer Kräutermischung aus 30% Banisteriopsis Caapi, 20% Königskerze (Verbascum thapsus), 20% Passionsblume (Passiflora incarnate), 20% Pfefferminze (Mentha piperita), 5% Ringelblume (Calendula officinalis) and 5% Blaue Lotusblume (Nymphaea caerulea) hinzugefügt. Alle Inhaltsstoffe sollten 10 Mal angereichert werden. Sowohl Ringelblume, als auch die Blaue Lotusblume werden erst zum Schluss der Mischung beigemengt, damit ihre ursprüngliche Farbe und Form erhalten bleibt. Normalerweise wird der DMT-Gehalt von Changa angeführt. 25% DMT wird als Anfängerdosis empfohlen. Das bedeutet, dass 1 Gramm Changa 250mg DMT beinhaltet. Für erfahrenere User kann dies bis zu 50% erhöht werden (500mg).

Geschichte

Die Kombination einer DMT-haltigen Pflanze mit einem MAO-Hemmer ist keine Neuheit. Es ist das grundlegende Prinzip von Ayahuasca: der berühmten psychedelischen Mischung aus dem Amazonas. Changa wird daher auch ‘rauchbares Ayahuasca’ genannt.

Bei Ayahuasca ist der MAO-Hemmer ausschlaggebend, da DMT, wenn es gegessen bzw. getrunken wird, seine Wirkung nicht entfaltet. Anders ist das, wenn DMT geraucht wird: hier setzt die Wirkung sofort ein. DMT-haltige Pflanzen, so wie Yopo (Anadenanthera peregrina) und Cebil (Anadenanthera colubrine) wurden von mehreren indigenen Völkern Lateinamerikas traditioneller Weise während schamanischen Ritualen geraucht. Im Jahre 1931 wurde DMT zum ersten Mal synthetisiert. In den sechziger Jahren wurde es auf Grund seiner kurzen, intensiven Wirkung als ‘Businessman’s lunch trip’ bekannt.

Yopo

Schon in den 1990ern experimentierte Jonathan Ott mit der ‘Enhanced leaf’ Methode. Er fügte Pflanzen wie Petersilie und anderen rauchbaren Kräutern DMT-Extrakte hinzu. Die Kombination mit einem MAO-Hemmer verstärkt und verlängert die Erfahrung. Daher ist es logisch, dass diese Entwicklung stattfand. Auf der ganzen Welt experimentierten die Leute in diese Richtung.

Gracie und Zarkov beschrieben 1985 ihre Erfahrungen mit dem Rauchen von Extrakten aus Passionsblume, Syrischer Raute und Banisteriopsis Caapi in Kombination mit synthtischem DMT. Terence McKenna rauchte Ayahuasca am Höhepunkt eines Mushroom-Trips (festgehalten in True Hallucinations, 1993) und D.M. Turner verband die Einnahme eines oralen MAO-Hemmers mit dem Rauchen von Tryptaminen, beschrieben in dem 1994 erschienenen Werk The Essential Psychedelic Guide.

In Australien begann Julian Palmer rund 2003 mit einer rauchbaren Mischung auf Basis von Ayahuasca-Inhaltsstoffen zu experimentieren. Während einer Ayahuasca-Sitzung stellt er die Frage nach einem Namen für seine Erfindung. Die Antwort wird ihm zugetragen: ‘Changa’. In den Jahren 2010-11 veröffentlicht er online Informationen über die Herkunft von Changa und langsam verbreitet sich das Phänomen in der psychedelischen Welt.

Changa tauchte in der britischen Rave-Szene zum ersten Mal 2006 auf. Von dort aus reist es auf psychedelische Festivals und Partys auf der ganzen Welt. 2008 wird es zum ersten Mal auf dem Boom Festival in Portugal gesehen. Heutzutage ist Changa als Alternative zu synthetischem DMT unter Psychonauten sehr beliebt. Changa wird, so wie Ayahuasca, oft mit einem spirituellen oder medizinischem Hintergrund eingenommen. Verglichen mit synthetischem DMT wird es häufiger als Entheogen verwendet und in einem rituellen Kontext konsumiert.

Chemische Zusammensetzung

Harmin Struktur

Banisteriopsis Caapi beinhaltet die Beta-Carboline Harmin, Harmalin and Tetrahydroharmin. Syrische Raute (Peganum harmala) und Passionsblume (Passiflora incarnate) beinhalten auch Harmal-Alkaloide. Sie wirken alle als MAO-Hemmer. Das bedeutet, dass das Enzym Mono-Aminoxidase, welches normalerweise Substanzen wie Dimethyltryptamin (DMT) abbaut, unterdrückt wird. Auf Grund dessen kann das DMT länger im Körper wirksam sein.

DMT Struktur

Mimosa hostilis, Chakruna und die verschiedenen Akazienfamilien beinhalten alle N,N-Dimethyltryptamin (Chemischer Name: N,N-Dimethyl-1H-indole-3-ethanamin). N,N-DMT wird von Tryptamin abgeleitet. Schilfgras (oder Rohrglanzgras) beinhaltet neben N,N-DMT auch noch MMT und 5-MeO-DMT. Chaliponga (Diplopterys cabrerana) beinhaltet N,N-DMT, N-Methyltryptamin, 5-MeO-DMT und Bufotenin (5-OHDMT).

Gemäss Schwarz und Kollegen (2003) haben schon kleine Mengen von Hermin (Chemische Name: 7-Methoxy-1-methyl-9H-pyrido[3,4-b] Indol) eine MAO-hemmenden Wirkung, wenn sie geraucht werden. Sie geben an, dass bereits 100 Mikrogramm bis 1 mg Harmin eine 50% MAO-A Hemmung bewirken. Ein Caapi-Extrakt ist 100-1000 Mal potenter als das isolierte Harmin. Die Wirkung ist fast sofort nach der Einnahme spürbar. Die genaue Zusammensetzung von Changa ist von Mischung zu Mischung verschieden. Dies gilt natürlich auch für die Anzahl von Alkaloiden, die sie beinhaltet.

Wirkung

Eine Changa-Erfahrung dauert ungefähr 10 bis 15 Minuten, mit einer Nachwirkung von 20-25 Minuten. Je stärker der MAO-Hemmer, desto länger der Trip. Manchmal dauert er sogar bis zu 40 Minuten. Die meisten User nehmen die Wirkung von DMT als stark visuell wahr. Der Trip fährt schnell ein, hat ein angenehmes Come-down und auf der körperlichen Ebene ist er beruhigend und entspannend. Der MAO-Hemmer verlängert die Dauer des Trips und macht die Erfahrung geerdeter.

Changa Visuals

Der Trip ist vergleichbar mit einer kurzen Ayahuasca Erfahrung, jedoch ohne unangenehme körperliche Symptome wie Schwindel und Erbrechen. Anders als das Rauchen von synthetischem DMT hat Changa einen angenehmen Duft und Geschmack. Viele User spüren eine direkte Verbindung mit den Geistern der Pflanzen. Daher besitzt Changa das aus Mimosa hostilis gemacht ist eine andere Stimmung bzw. einen anderen Geist als Changa aus Acacia obstusifolia. p>

Laut Julian Palmer, der den Namen geprägt hat, hat Changa eine transformierende Wirkung: “ DMT ist ein potenter Katalysator für Veränderung. Vielen Leuten werden die Augen auf eine Weise geöffnet, von der sie möglicherweise das Gefühl haben, darauf nicht vorbereitet gewesen zu sein. In den meisten Fällen gibt es allerdings keine Rückkehr zu der Art, wie wir die Welt zuvor wahrgenommen haben, sobald sich uns eine neue Sichtweise offenbart hat.” Er beschreibt die Wirkung von Changa zusätzlich als ‘heilend’: “ Das Gehirn wird besänftigt, der Körper wird zur Ruhe gebracht und oft wird Kontakt mit dem Unbeschreiblichen hergestellt. All das führt normalerweise dazu, dass der Geist erweckt, die Psyche wieder ausgerichtet und die Seele erfüllt wird. Menschen sind dann in der Lage mit ihren Leben auf neue Weise fortzufahren, mit mehr Perspektive und möglicherweise auch mit mehr Motivation.”

Die Art der Erfahrung hat viele Facetten und ist von der Situation und der Umgebung abhängig. Normalerweise beginnt der Trip damit, dass man in einen anderen Geisteszustand eintaucht. Als nächstes hat der User wahrscheinlich leichte Visuals: hauptsächlich geometrische Formen, wie zum Beispiel Fraktale. Diese können sich eventuell in abstrakte Objekte oder Landschaften verformen. Die Wahrnehmung der normalen Realität (mit offenen Augen) ist stark verzerrt. Auf einem starken Trip machen die Changa-User oft die Erfahrung von (telepathischer) Kommunikation mit Lebewesen aus anderen Dimensionen oder Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Realitäten. Das gewohnte Raum-Zeit Konzept löst sich auf und der Beobachter und der Beobachtete verschmelzen zu einem.

Anwendung

Changa Mix

Changa wird geraucht. Man benötigt eine spezielle Pfeife, einige Leute bevorzugen jedoch einen Vaporgenie Glas.
Es ist auch möglich Changa in einem Joint, einer normalen Pfeife, Bong oder in einem Vaporizer zu rauchen. Anders als beim Rauchen von purem DMT muss man nicht die volle Ladung auf einmal einatmen. Ein Changa-User empfiehlt für den Anfang erstmals nur die Hälfte der Pfeife anzufüllen. Erst beim zweiten Hit stopft man die gesamte Pfeife voll. Es ist möglich mehrere Hits in Intervallen von 5 bis 20 Minuten zu rauchen. Auf diese Weise kann man den Gipfel der Erfahrung verlängern – manchmal für bis zu einigen Stunden am Stück! 4 Gramm Changa mit 25% DMT (insgesamt 1 Gramm DMT) ist genug für 30 sanfte, 20 gemässigte oder 10 starke Trips.

Kombinationen

Changa sollte am besten nüchtern eingenommen werden. Das garantiert eine intensive Erfahrung. Vor allem beim ersten Mal wird angeraten Changa nicht mit anderen Substanzen zu kombinieren.

Erfahrene Psychonauten berichten von einer interessanten Symbiose mit LSD: die beiden Substanzen bestärken sich gegenseitig. Die LSD-Erfahrung wird intensiver und der Changa-Trip langanhaltender. Schon ein kleines bisschen Changa während eines LSD-Trips führt zu starken Visuals und psychedelischen Effekten.

Die Kombination mit Ketamin ist sehr experimentell und sicherlich nicht für alle geeignet. Ketamin ist hochgradig dissoziativ: es trennt uns von unseren Körpern. Es wird den Changa-Trip langsamer und ruhiger machen. Daher ist es einfacher, sich an die Erfahrung zu erinnern und sie zu verarbeiten.

Changa-Trip Visuals

Über die Kombination mit Cannabis gibt es verschiedene Meinungen. Die Cannabis-Pflanze hat einen starken Charakter und sie wird den Changa-Trip auf jeden Fall verändern. Einige User empfinden das als störend.

Es kann gefährlich sein, Changa mit MDMA, 4-FA oder Kannazu verbinden. Im Extremfall kann dies zum Serotonin-Syndrom führen: Überhitzung, Dehydration, übermässiges Schwitzen und ein erhöhter Herzschlag. In den schlimmsten Fällen kann dies sogar zum Tod führen. Das gilt auch für bestimmte Medikamente wie Antidepressiva. Generell sollte Vorsicht gewahrt werden mit Lebensmitteln und Substanzen, die eine Wechselwirkung mit MAO-Hemmern haben.

Legaler Status

DMT wird in den meisten Ländern als illegale Droge eingestuft. Pflanzen, die DMT enthalten, sind jedoch meistens legal und auch der Anbau dieser Pflanzen ist erlaubt.

Zum weiterlesen:

Lies auch unser Interview mit Changa-Expertin Giorgia Gaia.

Quellen:

    • Chen Cho Dorge. The Evolution of Ayahuasca: An Experience with Banisteriopsis caapi, DMT & Various (Changa) (ID 85066). Erowid.org. Sep 22, 2010.

    • Chocobeastie. Changa: A smoking Blend Containing Ayahuasca and other Herbs. DMT Nexus Forum, 2011.

    • Christian Rätsch. Encyclopedia of Psychoactive Plants. 2005 (1998). Inner Traditions International.

Artwork by EnteogenoVisual



Kommentare

  • curious 28-11-2017 19:49:43

    Where to buy changa?

  • JJ 12-05-2018 00:24:46

    I would like the try out changa


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