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Heroin - Enzyklopädie

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Heroin

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Heroin ist ein Opiat. Auf der Strasse besitzt diese Droge auch die Namen Braunes, Tiefes, Smack oder Junk. Es handelt sich um ein braunes oder weisses Pulver mit einem bitteren Geschmack. Getrocknetes Heroin ist geruchslos. Wenn man es erhitzt, dann beginnt es zu schmelzen und gibt einen typischen Duft ab. Dieser Duft kann vielleicht am besten als tierisch beschrieben werden. Stell dir den Geruch in einem Zoo vor, bei den Raubkatzen.

Heroinpulver und -tabletten

Heroin ist eine der am meisten abhängig machenden Drogen, die man finden kann. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es viele Heroinabhängige. Glücklicherweise nimmt diese Zahl stetig ab. Aufgrund von guten Informationen sinkt auch die Zahl neuer Abhängiger.

Es wird stark davon abgeraten Heroin einzunehmen, jedoch gibt es einige interessante Dinge, die man erwähnen sollte. In diesem Artikel werden wir deshalb nicht nur die Gefahren behandeln, sondern uns auch mit der Geschichte und dem wirtschaftlichen Wert dieser Substanz beschäftigen.

Die Geschichte von Heroin

Heroin wird aus Opium hergestellt. Opium ist eine Art Haschisch, das verschiedene anästhetische Substanzen enthält. Diese Substanzen werden Opiate genannt. Opium wird aus der Klatschmohnblume gewonnen. Eine Keilschrift aus dem Jahr 3500 v. Chr. beschreibt bereits, wie man Mohn kultiviert und Opium aus den Blütenknospen gewinnt.

Im Jahr 1804 isolierte Friedrich Sertürner die Substanz Morphin als Wirkstoff aus Opium. Diese isolierte Substanz erwies sich jedoch als viel stärkeres Schmerzmittel als die Mischung von Opiaten der Klatschmohnblume. Morphin wurde nach dem griechischen Gott Morpheus benannt, dem Gott der Träume. Die Entdeckung von Morphin kann als Durchbruch in der Medizin betrachtet werden. Wenn man sich das Bein bricht, todkrank ist oder sich nach einer Operation erholt, wird man wahrscheinlich dankbar sein, dass Morphin existiert.

Bayer Heroin Flasche

Morphin wurde nicht nur als Schmerzmittel verwendet, es diente auch als Hilfe beim Entzug einer Opiumabhängigkeit. Leider stellte sich heraus, dass es noch abhängiger machte als Opium. Deshalb wurde nach weniger abhängig machenden Alternativen gesucht. Im Jahr 1874 dachte man, diese in Form von Diacetylmorphin gefunden zu haben. Diese Substanz ist ein Derivat von Morphin. Es war sogar noch stärker als Morphin.

1898 verkaufte Bayer diese neue Substanz unter dem Markennamen Heroin. Heutzutage ist der Name so verbreitet, dass es zur allgemeinen Bezeichnung wurde. Der Name stammt vom griechischen Gott Heros und ist eine Referenz an die Stärke des Mittels. Viele Morphinabhängige wechselten zu Heroin und die Geschichte wiederholte sich. Denn bald war klar, dass Heroin noch abhängiger machte als Morphin. Leider erkannte man das erst nachdem viele Leute bereits abhängig geworden waren.

Als Folge der grossen Anzahl an Drogenabhängigen wurde 1911 auf Drängen der USA eine Konferenz zu Opium abgehalten. Das war der ersten Versuch, Opiate als Entspannungsmittel zu verbieten. Da viele wirtschaftliche Interessen im Opiumgeschäft mitspielten, brauchte es drei Konferenzen bis 1912 endlich ein Opiumabkommen präsentiert werden konnte. Dieses Abkommen wurde letztendlich nach dem 1. Weltkrieg unterschrieben. Ab diesem Zeitpunkt durfte Opium nur für wissenschaftliche und medizinische Zwecke verwendet werden. Im Jahr 1924 wurde in den USA auch die Verwendung von Heroin als Medizin verboten. In den Niederlanden wurde es als Medizin nicht verboten, jedoch wird es nur selten von Ärzten verschrieben.

Methadon gegen Heroin

Im Jahr 1941 wurde die synthetische Substanz Methadon auf den Markt gebracht. Wie bei Heroin handelt es sich um einen Morphinantagonisten. Das bedeutet, dass die Substanz die Wirkung von Morphin imitiert. Sie bindet sich an den Morphinsensor was zu einer narkotischen Wirkung führt. Methadon hat jedoch, anders als Heroin, keine berauschende Wirkung. Zuerst dachte man, dass Methadon weniger abhängig mache, aber nochmals wiederholte sich die Geschichte. Es stellte sich heraus, dass es gleich oder sogar mehr abhängig machte als Heroin.

Wem Methadon gegeben wurde, um von Heroin herunterzukommen, der erfuhr während des Entzugs von Methadon schwerere und längere Entzugserscheinungen. Der Vorteil von Methadon ist jedoch, dass man die eingenommene Menge in Phasen abbauen kann. Das ist bei der Einnahme von Heroin nicht möglich, denn man sehnt sich stets nach mehr. Wenn ein Heroinabhängiger auf Methadon umsteigt, verbessern sich der körperliche und der soziale Zustand wesentlich. Das ist hauptsächlich auf das Wegfallen der berauschenden Wirkung zurückzuführen, denn als Ergebnis davon werden körperliche Pflege und soziale Kontakte wieder interessanter.

Der Aufstieg der Heroin-junkies

Am Anfang der Siebziger blühte der Heroinkonsum in den Niederlanden. Die chinesische Mafia überflutete den Markt mit billigem Heroin. Zu jenem Zeitpunkt war Heroin noch billiger als Haschisch und deshalb ist es auch nicht überraschend, dass die Anzahl an Abhängigen anstieg. Innerhalb von zehn Jahren gab es alleine in der Stadt Amsterdam zehntausend Drogenabhängige. Viele Menschen starben an einer Überdosis, dem Mangel an persönlicher Pflege und HIV-Infektionen.

Als Folge davon bekam Heroin einen sehr schlechten Ruf, wodurch es sehr unattraktiv wurde. Ausserdem wurde sehr viel in Form Informationsarbeit geleistet. Glücklicherweise nahm die Anzahl an Drogenabhängigen dadurch zusehends ab. Deshalb spricht man heute von einer alternden Bevölkerungsgruppe der Heroinabhängigen. Das durchschnittliche Alter eines Heroinabhängigen liegt heute bei 47 Jahren. Im Nachtleben wird einem die Substanz kaum angeboten. Der Heroin-Junkie stirbt langsam aus, etwas das eine Gesellschaft nur begrüssen kann.

Der chemische Hintergrund von Heroin

Chemische Formel von Heroin

Der chemische Name von Heroin ist 6-Mono-Acetyl-Morphin. Es ist ein Derivat von Morphin (davon abstammend). Das ist das Ergebnis von sechs zusätzlichen Azetyl-Gruppen. Dadurch wird garantiert, dass die Substanz schnell durch die Bluthirnschranke transportiert wird [2]. Sobald sie im Gehirn ankommt, spalten sich die Azetyl-Gruppen ab, wodurch Morphin entsteht. Deshalb wird es auch Pro-Pharmakon von Morphin genannt [3]. Heroin verbindet sich mit den Opiatsensoren und hat eine stimulierende Wirkung. Es aktiviert den Rezeptoren und wird deshalb als Agonist bezeichnet. Indem der Opiatrezeptor aktiviert wird kommt ein euphorisches Gefühl auf. Verglichen mit Morphin, gibt Heroin mehr Histamin ab, was zu einem intensiveren körperlichen High führt. [4]

Wie beginnt eine Heroinabhängigkeit?

Wenn die Opiatrezeptoren stimuliert werden funktionieren andere Opiatrezeptoren nicht mehr, das ist die Basis einer Heroinabhängigkeit. Die Rezeptoren werden durch die Einnahme von Heroin hyperaktiv und damit das Gleichgewicht gewahrt wird, nimmt ihre Anzahl ab. Diese Wirkung wird Herunterregulierung genannt. [5]

Deshalb braucht man immer mehr für die gleiche Wirkung. Wenn man eine Toleranz aufgebaut hat und sich dazu entschliesst, mit Heroin aufzuhören, besitzt man viel weniger Opiatrezeptoren als eine nicht abhängige Person. Dadurch funktionieren gewisse chemische Prozesse unzureichend und man wird krank. Glücklicherweise produziert der Körper schnell wieder neue Rezeptoren. Es dauert ungefähr drei Tage bis die Zahl der Opiatrezeptoren wieder das alte Niveau erreicht hat. Deshalb ist man drei Tage krank.

Die Wirkung von Heroin

Nach der Einnahme erfährt man die folgenden körperlichen Auswirkungen:

    • Die Körpertemperatur sinkt
    • Der Herzschlag wird langsamer
    • Die Atmung wird langsamer
    • Verengung der Pupillen
    • Reduktion der Libido
    • Urinieren und Stuhlgang werden schwieriger
    • Eine sehr intensive Euphorie und ein warmes Gefühl macht sich im Körper breit. Manche beschreiben das Gefühl als besser als mehrere Orgasmen, die auf den ganzen Körper verteilt sind.
    • Man wird ruhig. Gefühle von Angst, Schmerz und Zorn verschwinden. Nur mehr das Gefühl dieses Moments ist wichtig. Mit anderen Menschen zu sprechen wird irrelevant.
    • Ein extrem entspanntes und beruhigtes Gefühl setzt sich durch.
    • Man tritt in einen Traumzustand ein.

Heroin Nebenwirkungen

Wenn man Heroin einnimmt kann einem übel werden und in manchen Fällen fühlt man sich so schlecht, dass man sich auch übergeben muss. Deshalb kommt es sehr oft vor, dass jemand eine schlechte erste Erfahrung hat und es daraufhin auch nie wieder einnimmt. In diesem Fall kann man sogar sagen, dass die Übelkeit eine positive Wirkung ist.

Einnahmemethoden von Heroin

Man kann Heroin rauchen, schnupfen, schlucken und injizieren. Wir von Azarius wollen hier nicht ins Detail gehen. Die beste Art Heroin einzunehmen, ist es NICHT einzunehmen!

Wie sich eine Heroinabhängigkeit entwickelt

Es wird manchmal behauptet, dass man nach der einmaligen Heroineinnahme sofort abhängig ist. Das entspricht nicht der Wahrheit, macht die ganze Sache jedoch noch gefährlicher. Es ist eine Substanz, die langsam die Macht über einen erlangt. Die Wirkung ist im Vergleich mit Ecstasy oder LSD beispielsweise nicht so speziell. Da es den Körper nicht so schwer strapaziert, kann man sich vormachen, dass es nicht so schlimm ist.

Deswegen ist es möglich ein einziges Mal mit Heroin auch zu experimentieren. Man könnte das die experimentelle Phase nennen. Aufgrund der Tatsache, dass Heroin wirklich nicht zu einem schweren Kater führt und man es am nächsten Tag nicht wirklich wieder einnehmen muss, entsteht der Gedanke, dass man es nochmals einnehmen kann. Oft täuschen sich neue Konsumenten mit dem Gedanken, dass andere viel schlimmer Dinge tun und Heroin ungerechterweise einen schlechten Ruf erhalten hat.

Es einmal alle drei Monate einzunehmen wird zu einmal im Monat. Dann ändert sich das in einmal alle zwei Wochen. Dann nimmt man es einmal pro Woche ein. Das ist üblicherweise der Zeitpunkt, an dem Freunde und Familie zum ersten Mal beginnen, sich Sorgen zu machen. Leider führt Heroin zu einer Abflachung der Emotionen und einem Gefühl von Gleichgültigkeit. Jemandem der Heroin-Entzugserscheinungen hat, dem ist seine Umgebung egal und die Person wird es regelmässiger einnehmen. Letztendlich erreicht man die dritte Phase, nämlich die Abhängigkeit. Man nimmt es dann mehrmals täglich ein, denn wenn nicht wird einem übel.

Wie Heroin weiterhin eine anziehende Kraft hat

Natürlich sind auch andere Szenarien möglich. Wie zuvor erwähnt, gibt es viele, die eine „einmal und nie wieder“ Erfahrung gemacht haben. Aber es gibt auch Leute, die Heroin mehrere Male bewusst eingenommen und danach aufgehört haben. Wenn sie eine angenehme Erfahrung haben, dann zieht diese sie eine Zeit lang an. Es dauert manchmal mehrere Monate bis sie diesen euphorischen Zustand nicht mehr erreichen wollen.

Gefahren des Heroinkonsums

Heroin ist aus verschiedenen Gründen gefährlich:

    • Es macht extrem abhängig. Sobald man abhängig ist, wird man weitgehend desinteressiert. Einen neuen Schuss zu bekommen ist das einzige, das wirklich zählt. Die sozialen Probleme, die letztendlich entstehen, sind viel grösser als der körperliche Zoll.
    • Heroin selbst ist für den Körper nicht so ermüdend, wie beispielsweise Speed. Wenn jemand jedoch lange Zeit abhängig ist, dann können körperliche Symptome sehr wohl auftreten. Heroin kann eine Person vollkommen verschlingen, wodurch der Drogenabhängige jegliches Interesse an persönlicher Pflege verliert.
    • Wenn jemand zu viel einnimmt, kann er das Bewusstsein verlieren. Beim Übergeben, was häufig vorkommt, läuft man Gefahr in seinem eigenen Erbrochenen zu ersticken.
    • Das Interesse schwindet immer weiter, je mehr man abhängig wird. Das kann zu risikoreichem Verhalten führen, wie zum Beispiel der Verwendung von schmutzigen Nadeln, was wiederum zur Infektion mit HIV führen kann.
    • Das Spritzen kann Infektionen zur Folge haben. Da Heroin stark betäubend wirkt, werden diese nicht immer bemerkt, mit allen Konsequenzen, die dadurch entstehen können.
    • Heroin wird von einer, sich schnell entwickelnden, Toleranz begleitet. Ein neuer Konsument braucht viel weniger als ein erfahrener. Wenn dann von der erfahrenen Person ein Schuss für die Person mit einer geringeren Toleranz zubereitet wird, kann das richtig schief gehen. So kommt es leicht zu einer Überdosis, die Atemstopp und somit den Tod auslösen kann. Die Behandlung einer Überdosis wird mit der Verabreichung der Substanz Naltrexon durchgeführt. Sie besetzt die Opiatsensoren, ohne diese zu stimulieren. Diese verdrängen so zu sagen das Heroin. [6]

Fazit

Es sollte klar sein, dass vom Experimentieren mit Heroin abgeraten werden muss. Solltest Du es dennoch tun, versuche zu verstehen, dass Du nicht die erste Person bist, die zunehmend abhängig wird, ohne es zu merken. Es gibt zweifelsohne sicherere Substanzen. Psychoaktive Substanzen, von denen man etwas lernen kann, sind übrigens viel interessanter als jene, die einen nur taub machen.

Quellen

1. "DrugFacts-Heroin". National Institute on Drug Abuse. October 2014. Vom 19. Oktober 2016.
2. M.G. Klous, W. Van den Brink, J.M Van Ree, J.H. Beijnen (2005). "Development of pharmaceutical heroin preparations for medical co-prescription to opioid dependent patients". Drug and Alcohol Dependence. 80 (3): 283
3. J. Sawynok (Januar 1986). "The therapeutic use or heroin: a review or the pharmacological literature". Can. J. Physiol. Pharmacol. 64 (1): 1–6.
4. Histamine release by morphine and diamorphine in man. & Cutaneous Complications or Intravenous Drug Abuse Nature Neuroscience 11, 1053 - 1058 (2008)
Online veröffentlicht am 1. August 2008 | doi: 10.1038/nn.2165
5. Prefrontal cortex AMPA receptor plasticity is crucial for cue-induced relapse to heroin-seeking Michel C. Van den Oever, Natalia A. Goriounova, Ka Wan Li, Roel C. Van der Schors, Rob Binnekade, Anton N. M. Schoffelmeer, Huibert D. Mansvelder, August B. Smit, Sabine Spijker & Taco J. De Vries
6. C. Haasen, U. Verthein, P. Degkwitz, J.Berger, M. Krausz, D. Naber (2007). "Heroin-assisted treatment for opioid dependence: Randomised controlled trial." The British Journal of Psychiatry. 191: 55–62



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