EnzyklopädieTHCA (Tetrahydrocannabinolsäure)

Auf der Suche nach einem magischen Geschenk? Hier sind unsere Top 50 Geschenkideen.

Azarius

  • $

$ 0, -

0,00 $

THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) - Enzyklopädie

Menü anzeigen Menü verbergen

THCA (Tetrahydrocannabinolsäure)

0 Kommentare

THCA (Tetrahydrocannabinolsäure) kommt natürlich in Cannabispflanzen vor und ist der Vorläufer von THC (Tetrahydrocannabinol). THCA unterscheidet sich leicht von THC, da es eine zusätzliche saure Gruppe besitzt. Diese Gruppe löst sich ab wenn Cannabis erhitzt wird.

Wenn man Gras raucht, wird alles THCA in THC umgewandelt. Die zusätzliche saure Gruppe von THCA löst sich ausserdem mit der Zeit automatisch ab. Deshalb enthält älteres Gras viel mehr THC als frisches Gras. Anders als THC hat THCA keine psychoaktive Wirkung. Forschungen haben jedoch gezeigt, dass THCA bestimmte körperliche Probleme behandeln kann. 

Deshalb wird THCA-Öl, neben CBD-Öl, immer beliebter. THC, THCA und CBD sind alles Cannabinoide. Es handelt sich um spezielle Substanzen, die nur in Cannabispflanzen vorkommen. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die biochemischen Aspekte von THCA. Wir erklären ausserdem, wie man sein eigenes THCA-Öl herstellt, was eines ganz anderen Prozesses bedarf als die Herstellung von THC- oder CBD-Öl. Da THCA sich in THC verwandelt, wenn es erhitzt wird, sollte man diese Extraktionsmethode bei Zimmertemperatur durchführen. Wir werden ausserdem diskutieren, wie man testet, ob es sich beim hergestellten Öl auch tatsächlich um THCA-Öl handelt.

Die Geschichte von Cannabis-Öl

Mehr als zweieinhalb tausend Jahre vor Christus entdeckte der chinesische Herrscher Shen Nung die heilende Wirkung von Cannabis. Eben dieser Herrscher ist auch als Vater der chinesischen Medizin bekannt. Er empfahl Cannabis zur Behandlung von Verstopfung, Rheuma und Schmerzen einzunehmen. Die Griechen verwendeten es gegen Ohrenschmerzen und Regelschmerzen.

Man muss allerdings bedenken, dass das Cannabis, das vor tausenden Jahren verwendet wurde, in keinster Weise vergleichbar ist mit dem extrem starken „Nederwiet“, das man in den niederländischen Coffeeshops erhält. Dieses Gras enthält ganz allgemein hauptsächlich THC und fast kein CBD. Falls Du mehr erfahren willst über CBD, lies unseren Enzyklopädie-Eintrag hier. Der Artikel erklärt ausserdem, wie die Nachfrage nach immer stärkerem Gras zu einer Unausgeglichenheit der Cannabinoide in Nederwiet geführt hat.

Es war der irische Arzt William Brook O’Shaughnessy, der im 19. Jahrhundert Gras erstmals als Medizin im Westen einführte. Im Jahr 1833 ging er nach Indien, um dort als Arzt zu arbeiten. Er stiess auf die Gepflogenheiten der indigenen Einwohner des Landes und lernte die heilende Wirkung von Cannabis kennen. O’Shaughnessy stellte Tinkturen aus Cannabisblüten her, also das erste Gras-Öl der Geschichte. Der irische Mediziner verwendete das Öl, um rheumatische Schmerzen, Migräne und Muskelkrämpfe zu behandeln. Dadurch wurde Cannabis in Europa immer beliebter. Sogar die königliche Familie war begeistert davon. Königin Victoria beispielsweise, verwendete Gras, um ihre Regelschmerzen zu lindern. Um 1940 kamen stärkere Schmerzmittel auf den Markt, worunter Aspirin und Morphium, wodurch Cannabis-Öl als Schmerzmittel obsolet wurde.

Im Jahr 1937 wurde als Folge des War on Drugs jegliche Verwendung von Cannabis verboten. Durch viel Propaganda wurde Cannabis dämonisiert, was in einem weltweiten Verbot von Gras endete. Der Anbau von industriellem Cannabis war noch erlaubt, jedoch nur unter strikter Überwachung. Auch die medizinische Anwendung wurde verboten. Leider wurde es durch das Verbot praktisch unmöglich, Forschungen nach den medizinischen Möglichkeiten von Cannabis durchzuführen.

Im Jahr 1964 wurde THC erstmals isoliert. Diese Entdeckung war der Beginn einer Reihe von Versuchen in Zusammenhang mit der Biochemie der verschiedenen Cannabinoide. Jedoch blieb es schwierig diese durchzuführen, da Cannabis immer noch illegal war und fast keine Finanzierung möglich war.

Glücklicherweise trat 1976 eine überarbeitete Version des Opiumgesetzes in Kraft. Diese führte zur Dekriminalisierung von Gras (in den Niederlanden). Im Jahr 1996 wurde medizinisches Cannabis in Kalifornien legalisiert. In Washington wurde 2012 der Freizeitkonsum legal. Die weltweite Dekriminalisierung von Cannabis würde die tiefgehende Erforschung von Cannabinoiden und deren medizinischen Möglichkeiten ermöglichen. Das würde auch Forschung nach THCA beinhalten, das eine vollkommen andere Wirkung hat als sein Abbauprodukt THC. THCA scheint auf gewisse Art sogar überlegen gegenüber THC zu sein.

Gesetzlicher Status

Aufgrund der Tatsache, dass THCA sich einfach in THC verwandelt, haben beide Substanzen den gleichen gesetzlichen Status. In den Niederlanden ist es erlaubt THC-Öl zu besitzen und zu konsumieren. Aber der Verkauf in einem Geschäft oder im Internet ist verboten. Für Coffeeshops ist es sogar noch komplizierter, THC-Öl zu verkaufen, denn ihnen ist es gesetzlich nicht erlaubt, mehr als 5 Gramm Gras pro Kunden zu verkaufen und 25 ml THC-Öl (abhängig von der Stärke) enthält mehr als 5 Gramm.

Struktur

Das A in THCA steht für Säure. Das zeigt, wie sehr die chemische Struktur von THCA jener von THC ähnelt. Der einzige Unterschied ist die zusätzliche saure Gruppe, die THCA besitzt. In der Chemie wird eine saure Gruppe Carboxylgruppe genannt. THCA ist ein Vorprodukt von THC.

THCA – Biochemie

Aufgrund seiner zusätzlichen sauren Gruppe, bindet sich das THCA-Molekül nicht an die CB1 Cannabinoidrezeptoren, wie THC es tut. Deshalb hat THCA keine psychoaktive Wirkung. Aber THCA bindet sich an den TRPM8 Rezeptoren (jener, der uns ein Kältegefühl erfahren lässt, wenn wir Minze schmecken) und aktiviert den TRPA1 Rezeptoren (jener, der uns Würzigkeit spüren lässt, wenn wir Senf oder Zimt essen). Es ist möglich, dass die therapeutische Wirkung von THCA durch das Blockieren der MAGL Enzyme zustande kommt. Diese Art von Enzymen ist verantwortlich für den Abbau der Cannabinoide, die vom Körper produziert werden, welche sich an die CB1- und CB2 Rezeptoren binden. Leider wurden zu diesem Thema noch nicht ausreichend geforscht, weshalb immer noch unklar ist, wie THCA genau wirkt.

Wirkung

Abhängig von der Qualität des THCA-Öls ist es psychoaktiv oder nicht. Nur sehr sensible Personen könnten eine leicht beruhigende Wirkung spüren. Jedoch wird nicht jedes THCA-Öl qualitätsgetreu produziert, deshalb kann es vorkommen, dass es relativ viel THC enthält. Ausserdem verwandelt sich THCA sehr schnell in THC. Bei Zimmertemperatur ist THCA nur vier Tage lang stabil, wohingegen es bei -20 °C zwei Monate lang aufbewahrt werden kann.

Nach diesem Zeitraum wird das THCA-Öl auch THC enthalten. Umso länger man wartet, desto höher wird der THC-Gehalt. THCA-Öl, das aus älterem Gras hergestellt, wird enthält mehr THC als das Öl, das von jüngerem Gras stammt. Sei vorsichtig, wenn Du ein neues Fläschchen öffnest oder zu einem anderen Produzenten wechselst. Beginne immer mit einer sehr niedrigen Dosis, um herauszufinden ob es THC enthält.

THCA – Medizinische Anwendung

Da man herausgefunden hat, dass THCA-Öl in manchen Fällen besser wirkt als THC-Öl, werden immer mehr Forschungen nach der möglichen medizinischen Wirkung der Substanz angestellt. Da THCA keinen Rauschzustand einleitet, ist es einfacher es als Medizin zu verwenden. Es folgt eine Liste mit Ergebnisses von wissenschaftlichen Studien. Man darf jedoch nicht ausser Acht lassen, dass es sich dabei nicht um medizinische Behauptungen handelt – um diese aufstellen zu können ist viel mehr Forschungsarbeit nötig. Wenn man eine Behandlung erhält, sollte man das immer mit einem Arzt besprechen, bevor man THCA-Öl einnimmt.  

  • THCA erhöht den Appetit. In einer Gesellschaft in der Fettleibigkeit als grosses Problem erachtet wird, ist das vielleicht nicht die beste Nebenwirkung. Jedoch kann das für jemanden, der beispielsweise durch Krebs viel Gewicht verloren hat und fast keinen Appetit hat, eine positive Eigenschaft von THCA sein. Es lindert ausserdem Angstgefühle, gibt mehr Energie und beugt wirksam Erbrechen vor. Wenn es darum geht Übelkeitsgefühle bei der Chemotherapie zu verhindern, hat sich THCA als wirkungsvoller herausgestellt als THC. Es kann auch sein, dass THC überhaupt nicht dafür verantwortlich ist, sondern immer ein kleiner Bestandteil an THCA im THC-Öl anwesend ist. THCA-Öl kann sehr gut beim Beseitigen negativer Auswirkungen der Chemotherapie sein. [1]
  • THCA kann gewisse Arten von epileptischen Anfällen reduzieren und diese in manchen Fällen sogar stoppen. In diesem Fall führen grössere Mengen nicht immer zu besseren Resultaten [2]. Es hat ausserdem den Anschein, dass auch CBD Epilepsie verringern kann. CBD verwandelt sich nicht in THC, wodurch CBD-Öl wahrscheinlich die sichere Option ist.
  • THCA hat möglicherweise eine nervenschützende Wirkung, wodurch es ein mögliches Mittel zur Behandlung von neurodegenerative Krankheiten, wie Parkinson darstellt. [3][4]
  • Es hat möglicherweise eine entzündungshemmende Wirkung. THCA verringert den COX1 Gehalt um 50% und den COX2 Gehalt um 30%. COX1- und 2 sind für die Entzündungsreaktion im Körper verantwortlich. [3]
  • Darüber hinaus gibt es immer mehr wissenschaftliche Beweise, dass gewisse Cannabinoide, inklusive THCA, spezielle Krebsarten reduzieren können. [5]

Stelle dein eigenes THCA-Öl her

Zuerst ist es wichtig, frische Buds von Pflanzen mit einem hohen THC-Gehalt zu verwenden. Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit, denn Cannabispflanzen enthalten nur bis unmittelbar nach der Ernte THCA. Wenn das Gras erhitzt wird, verwandelt sich das THCA in THC, was zu einer „bekifften Wirkung“ führt. Umso länger man wartet, desto mehr THCA verwandelt sich in THC. Deshalb sollte man seine eigenen Pflanzen züchten und das THCA-Öl unmittelbar nach der Ernte herstellen.

Zermahle oder zerschneide deine Buds und füge zumindest 500 ml Alkohol pro 20 Gramm Gras hinzu. Bewahre diese Mischung einen Tag lang an einem dunklen und kühlen Ort auf. Siebe danach die Buds aus dem Alkohol ab (mit z.B. einer Strumpfhose). Filtere die Flüssigkeit nochmals durch einen Kaffeefilter. Übrig bleibt eine grüne, klare, brennbare Flüssigkeit.

Lasse den Alkohol bei einer Temperatur unter 40 Grad verdampfen, um die Umwandlung in THC so gering wie möglich zu halten. Das kann durch ein Wasserbad, bei dem die Temperatur kontrolliert wird, oder einen Entwässerer, wie er zur Herstellung von Trockenobst verwendet wird, erzielt werden. Man kann das Extrakt auch in eine flache Schüssel geben und diese unter einen Ventilator stellen. Dabei muss man allerdings aufpassen, denn die Alkoholdämpfe sind sehr entzündlich. Es ist sehr wichtig, dass der Raum gut gelüftet ist. Wenn der Alkohol verdampft ist, bleibt eine dicke, haschischartige Substanz über. Diese kann man dann mit Olivenöl verdünnen.

Teste dein THCA-Öl

Wenn Du dich nach der Einnahme von THCA-Öl bekifft fühlst, dann enthält es sicher THC. Indem man es ausprobiert, findet man sicher heraus ob es THC enthält. Wenn Du ernsthaftere Tests bevorzugst und die genauen Werte wissen willst, kannst Du dein Öl auch in einem spezialisierten Labor testen lassen. Da Gras-Öle immer beliebter werden, testen auch immer mehr Labore dein Öl für dich.

Man muss sich natürlich ein Labor aussuchen, in dem die Probe am gleichen Tag getestet werden kann. Eine andere Möglichkeit wäre es zu fragen, ob es möglich ist, das Öl bei -20 °C zu lagern. Ausserdem sollte man sich erkundigen, welche Methode und welche Ausrüstung verwendet werden, denn Gaschromatographie ist nicht geeignet zum Testen von THCA-Gehalt, aufgrund der hohen Temperaturen wird das ganze THCA zu THC. Eine HPLC-Analyse jedoch wird bei Zimmertemperatur durchgeführt und ist somit eine sehr geeignete Methode zum Testen von Cannabis-Öl. 

Fazit

Es ist offensichtlich, dass THCA anders wirkt als THC. THCA wird einfach zu THC, Vorsicht sollte also geboten sein. Wenn man absolut nicht bekifft werden will oder beispielsweise ein Kind das Öl einnimmt, ist CBD-Öl vielleicht die sicherere Variante, denn CBD hat viele Ähnlichkeiten mit THCA. THCA ist eine sehr interessante Substanz, die als Ausgangsstoff bei pharmazeutischen Forschungen eingesetzt wird. Aus THCA können wahrscheinlich Medikamente hergestellt werden, die THCA sehr stark ähneln, aber stabil sind.

Quellen

1. Tetrahydrocannabinolic reduces nausea-induced conditioned gaping in rats and vomiting in Suncus murinus, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/bph.12316/full

2. Medical Marijuana for Seizures, https://www.projectcbd.org/medical-marijuana-seizures- sulak-saneto-goldstein

3. Non-psychotropic plant cannabinoids: new therapeutic opportunities from an ancient herb, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S016561470900128

4. Tetrahydrocannabinolic acid is a potent PPARγ agonist with neuroprotective activity. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28853159

5. Non-THC cannabinoids inhibit prostate carcinoma growth in vitro and in vivo: pro-apoptotic effects and underlying mechanisms. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3570006/



Kommentare

Noch keine Kommentare, Du kannst der Erste sein!


Kommentar hinzufügen

Bist Du über 18 Jahre?

Um unseren Webshop zu besuchen musst Du bestätigen, dass Du zumindest 18 Jahre alt bist.