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Robert Gordon Wasson - Enzyklopädie

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Robert Gordon Wasson

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Robert Gordon Wasson (1898-1986) arbeitete als Stellvertretender Direktor für Public Relations bei J.P. Morgan & Co., einer grossen amerikanischen Bank. Gleichzeitig wird er auch als der Urheber der psychedelischen Revolution gesehen, die sich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts im Westen zutrug. Das bedeutet, dass er zwei sehr unterschiedliche Karrieren hatte, die einander fast zu widersprechen scheinen.

Wasson war ausserdem einer der ersten, der Ethnomykologie studierte und wird deshalb als Gründer dieses Fachs angesehen. Ein Mykologe studiert Pilze und Ethno bedeutet ethnisch, ein Synonym für die kulturelle Zivilisation. Innerhalb der Ethnomykologie wird auch die kulturelle Verwendung von Pilzen studiert.

Robert Gordon Wasson macht Notizen



Da Wasson Journalismus studiert hatte, wusste er wie er sein Wissen mit der Öffentlichkeit teilen konnte. Seine Arbeit war immer gut untermauert und beschreibt beeindruckende Entdeckungen. Sein erster Artikel "Seeking the Magic Mushroom" (1957) machte es der Öffentlichkeit zum ersten Mal möglich, über psychedelische Pilze zu lesen. Dieser Artikel stellte einen sehr grossen Beitrag zur psychedelischen Revolution dar. Eine Reihe von Büchern und Artikel sollten folgen.

Biographie von Robert Gordon Wasson

Wasson wurde in Montana geboren und wuchs in New Jersey auf, wo er während des 1. Weltkriegs als Funker diente. Danach studierte er an der Columbia School of Journalism und der London School of Economics. Eine Zeit lang unterrichtete er Englisch und arbeitete als Journalist für verschiedene Zeitschriften. Später erhielt er eine Stelle bei J.P. Morgan & Co.

1926 heiratete er eine Russin mit dem Namen Valentina Pavlovna Guercken. Verglichen mit den meisten Amerikanern, hatte sie einen komplett anderen Zugang zu Pilzen und so wurde sein Interesse für diese erweckt. Dieses Interesse verwandelte sich in Faszination. Später kündigte er sogar seine Stelle in der Bank, um den Rest seines Lebens dem Enträtseln der Geheimnisse der vielen Pilzbräuche, die es auf der ganzen Welt gibt, zu widmen. Für diese Forschungen besuchte er auch Stämme, die bis heute psychedelische Pilze als Teil ihrer Zeremonien verwenden.

Robert Gordon Wassons Ethnomykologische Studien

Wie bereits erwähnt, stimulierte seine Frau sein Interesse für Pilze. Das Paar führte eine ausführliche Studie zur Verwendung von Pilzen durch, die 1957 zum Buch Mushrooms, Russia and History führte. Als Teil ihrer Forschungsarbeit besuchten Wasson und seine Frau die Mazateken in Mexiko. Sie waren die ersten Abendländer, die an einem Pilzritual mit den Mazateken teilnahmen. Die Schamanin María Sabina leitete die Zeremonie und lehrte ihnen, die Anwendung und Wirkung der psychedelische Pilze. Leider hatte das kein gutes Ende für María Sabina. Mehr über sie erfährst Du in diesem Artikel.

Im Mai 1957 wurde der Artikel "Seeking the magic mushroom" im Life Magazine veröffentlicht. Dieser Artikel erhielt weltweite Aufmerksamkeit und führte dazu, dass sich viele Leute für die Einnahme von Pilzen zu interessieren begannen.

Der Botaniker Roger Heim half Wasson beim Sammeln von verschiedenen Arten psychedelischer Pilze. Heim züchtete diese Pilze daraufhin und Albert Hoffman identifizierte die chemische Struktur der psychoaktiven Substanzen Psilocybin und Psilocin. Hoffman und Wasson entdeckten ausserdem den psychoaktiven Bestandteil der Salvia Pflanze.

Danach begann Wasson das gründliche Studium von Somas. Soma ist eine Mischung aus Substanzen, durch die man, Mythen und Religionen zufolge, Kontakt mit den Göttern aufnehmen kann. Wir wissen nicht welche Substanzen verwendet wurden, um derartige Gemische herzustellen. Es wird oft angenommen, dass sie psychoaktive Pflanzen oder Schimmel enthielten. Deswegen kann es sein, dass die Frucht des Baumes der Erkenntnis – wie er in der Bibel beschrieben wird – sich auf die Verwendung von psychoaktiven Pilzen bezieht. Willst Du mehr darüber erfahren? Lies dann unseren Beitrag über den Baum der Erkenntnis.

Auch in den heiligen Schriften der Hindus wird Soma erwähnt. Wasson zufolge verwendeten die alten Hindus den Fliegenpilz, um Kontakt mit den Göttern aufzunehmen. Er veröffentlichte diese Theorie 1967 im Artikel "Divine Mushroom or immortality".

Danach richtete er seine Aufmerksamkeit auf die Mysterien von Eleusis. Diese Initiationsriten wurden von Sekten im antiken Griechenland abgehalten. Die Zeremonien waren geheim und alle Teilnehmer, die darüber sprachen, wurden getötet, deshalb ist unser Wissen über das was sich abspielte sehr gering. Es war jedoch möglich, die Verwendung des Gerstengetränks Kykeon während solcher Rituale nachzuweisen. Wasson und Albert Hoffman zufolge enthielt dieses Getränk Mutterkorn. Dabei handelt es sich um einen Schimmel der auf einem Getreide wächst. Dieser Schimmel enthält die psychoaktive Substanz LSA, aus dem Albert Hoffman zum ersten Mal LSD synthetisierte. Auch LSA ist psychoaktiv.

Im Artikel "The Road of Eleusis: unveiling the secret of the mysteries" präsentieren Wasson und Hoffman ihre Theorie zum möglichen Inhalt der griechischen Somas. Ausserdem veröffentlichte Wasson eine grosse Menge an interessanten Artikeln und Büchern, in denen er wiederholt die Tatsache betont, dass viele alte Kulturen Psychedelika verwendeten.

Zu Ehren seiner Arbeit und seiner vielen Erkenntnisse wurden zwei Pilze nach Wasson benannt. Die Namen dieser Pilze sind Psilocybe wassoni und Psilocybe wassoniorum.

Robert Gordon Wasson und María Sabina

María Sabina wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Huautla de Jimez (Mexiko) geborgen. Ihr genaues Geburtsdatum ist unbekannt, da die Mazateken diese Daten nicht festhalten. María Sabina gehört zum Volk der Mazateken. Ihr Vater starb an einer Krankheit als sie drei Jahre alt war, wonach ihre Mutter sich entschied, wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Ihr Grossvater und ihr Urgrossvater der väterlichen Seite waren weise Männer, die mit psychoaktiven Pilzen arbeiteten. Sie hielten auch Zeremonien ab. María besass die gleichen Gaben wie ihre Vorfahren und wurde deswegen als Schamanin eingeweiht. Sie war die erste Schamanin, die Abendländern erlaubte, an den heiligen Pilz-Zeremonien teilzunehmen.

Deshalb kam Robert Gordon Wasson zu María Sabina und nahm infolgedessen bei einer Zeremonie teil. Er fragte, ob er ein Foto von ihr nehmen konnte. Sie gab ihm ihre Zustimmung unter der Bedingung, dass er dieses Foto für sich behalten würde. Wasson erfüllte diesen Teil der Abmachung nicht und veröffentlicht ihr Foto trotzdem.

R. Gordon Wasson und María Sabina

In dem Artikel "Seeking the Magic Mushroom" beschreibt Wasson seine Erfahrungen während seiner ersten Pilz-Zeremonie. In einem Versuch ihre Privatsphäre zu beschützen nannte er María Sabina in diesem Artikel Eva Mendes. Nachdem er allerdings den Ort erwähnte und ihr Foto veröffentlichte wurde ihr echter Name schnell herausgefunden.

Als Folge davon wuchs das Interesse in den westlichen Länder, um an Pilz-Zeremonien teilzunehmen, vor allem jenen der Mazateken. Wissenschafter, Hippies, Mitglieder der Gegenkulturbewegung, Pilzsucher und viele andere reisten nach Mexiko, um María Sabina zu treffen. Im Jahr 1967 mietete eine Gruppe von mehr als 70 Personen aus Amerika, Kanada und Europa eine Hütte in den umliegenden Dörfern. Nahezu alle von ihnen kamen nachdem sie den Artikel "Seeking the magic mushroom" gelesen hatte. María Sabina freundete sich mit vielen von ihnen an. Unter ihnen befanden sich auch einige Prominente, wie Bob Dylan, John Lennon, Mick Jagger und Keith Richards.

Durch den grossen Zulauf von Fremden geriet María Sabina jedoch in den Blickpunkt der mexikanischen Polizei. Sie beschuldigten sie, Drogen an Fremde zu verkaufen. Als Folge davon wurde die Gemeinschaft der Mazateken zerrissen. Ihre eigenen Leute beschuldigten sie, diese Situation verschuldet zu haben, weswegen sie aus dem Dorf verbannt wurde. Auch ihr Haus wurde niedergebrannt.

Danach bereute María Sabina es, Wasson in die magische Welt der psychedelischen Pilze eingeführt zu haben. Wasson jedoch behauptete, seine einzige Motivation war es Wissen zu verbreiten. Aufgrund ihrer eigenen Fehltritte wurde María Sabina im Alter verbittert. Sie ist davon überzeugt, dass die Abendländer fast überhaupt keinen Respekt für die heiligen, magischen Pilze zeigten, denn im Westen wurden sie hauptsächlich von Jugendlichen als Droge eingenommen. Dadurch hätten die Pilze ihre Reinheit verloren und aufgehört zu wirken.

Robert Gordon Watson Bibliographie

Wasson veröffentlichte eine grosse Anzahl an Büchern und Artikeln, manche von ihnen brachte er selbst in kleinen Verlagen heraus. Deshalb wurden einige seiner originalen Bücher zu echten Sammlerstücken und können nur zu sehr hohen Preisen erstanden werden. Glücklicherweise ist der Grossteil seiner Arbeit auch gratis im PDF-Format zum Download erhältlich.

Buchumschlag Soma - devine mushroom of immortality



  • Seeking the Magic Mushroom (1957) ist der erste Artikel über Pilze, der von Wasson veröffentlicht wurde. Er teilt darin seine Erfahrungen während der Pilz-Zeremonie unter der Leitung von María Sabina. Der Artikel diente auch als Werbung für sein erstes Buch.
  • Mushrooms, Russia and History (1957) ist ein sehr ausführliches Buch. Es enthält mehr als vierhundert Seiten, besteht aus zwei Teilen und ist reichlich illustriert. Teil eins beschreibt wie Pilze einmal als Lebensmittel in Europa und Russland verwendet wurden. Ausserdem werden einige berühmte Ermordungen mit Pilzgift beschrieben. Wasson beschreibt daraufhin wie Pilze – nach dem Aufstieg des Christentums – von manchen als Helfer von Satan angesehen wurden. Der zweite Teil beschreibt wie psychoaktive Pilze von indigenen Stämmen in Mexiko verwendet werden. Das Buch findet man nur als Sammlerstück und in gutem Zustand kostet es ungefähr zweitausend Dollar.
  • Divine Mushroom or Immortality (1968) in diesem Buch beschreibt Wasson, wie ihm zufolge der Fliegenpilz das vedische Soma ist.
  • Ein Review zu Carlos Castanedas The Teachings or Don Juan: A Yaqui Way of Knowledge (1969). Wasson interessierte sich sehr für Bücher von Carlos Castaneda. Er schrieb eine Reihe von Reviews über diese.
  • Ein Review zu Carlos Castanedas A Separate Reality: Further Conversations with Don Juan (1972)
  • Ein Review zu Carlos Castanedas Journey to Ixtlan: The Lessons of Don Juan (1973)
  • Ein Review zu Carlos Castanedas Tales or Power (1974)
  • María Sabina and her Mazatec Mushroom Velada (1976) ist das Buch in dem die von María Sabina geleiteten Zeremonien beschrieben werden. Es enthält vier Kassetten mit Aufnahmen der Zeremonie. Auch dieses Buch ist ein absolutes Sammlerstück und kann in gutem Zustand mehr als viertausend Dollar wert sein.
  • The Road to Eleusis: Unveiling the Secret of the Mysteries (1978) ist ein Buch in dem Wasson versucht, das Geheimnis von griechischen Ritualen aufzudecken. Es handelt sich um ein spezielles Buch, da es das Thema aus drei Blickwinkeln betrachtet: Ein Chemiker, ein Mykologe und Historiker geben ihre Perspektiven. Dieses Buch wird immer noch von Online-Shops wie Amazon verkauft.
  • The Wondrous Mushroom: Mycolatry in Mesoamerica (1980) ist eine Art Biographie, in der Wasson einen rückwirkenden Blick auf seine Studien zur Verwendung von psychedelischen Pilzen wirft. Er beginnt mit seiner ersten Erfahrung bei Maria Sabina, gefolgt von einer grossen Anzahl an Einsichten, Erfahrungen und Beschreibungen. Auf diese Art kartographiert er akribisch die Geschichte von Psychedelika. Das Buch erschien 2014 in einer Neuauflage und ist bei Amazon erhältlich.
  • The Last Meal of the Buddha (1982) ist ein Artikel in dem Wasson behauptet, dass die Somas im Buddhismus auch psychedelische Pilze sind.
  • Persephone's Quest: Entheogens and the Origins of Religion (1986). In seinem letzten Buch zeigt Wasson deutlich, wie antike Zivilisationen auf der ganzen Welt psychedelische Pilze verwendet hatten. Ihm zufolge entsprangen die Religionen auf diese Art.

Robert Gordon Watson: Ein wichtiger Psychonaut

Man kann mit Recht behaupten, dass Wasson einen enormen Einfluss auf unsere Wissen über die Verwendung von Psychedelika gehabt hat. Dank ihm begannen viele Abendländer mit der Einnahme von psychedelischen Pilzen, die vielen von ihnen tiefe Einsichten baten. Darüber hinaus veränderten sein Auflösen des Geheimnisses der Somas und die Einsicht, dass den meisten Religionen ein Pilz-Kult vorausgegangen war, unsere Art, die Welt zu sehen. Sein Beitrag zur psychedelischen Revolution war besonders wichtig.



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