BlogDie Schwitzhütte und ihre heilende Wirkung

Azarius

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Die Schwitzhütte und ihre heilende Wirkung

23-06-2016 - 1 Kommentare

Die Schwitzhütte ist eine schamanistische Zeremonie, in der man sich in Runden von einer Stunde, mit einer Gruppe Menschen in einer kleinen Hütte zusammen setzt. In diesen Hütten herrschen 90 Grad Celsius. Diese Temperatur wird durch heisse Steine erreicht, die vorher im Lagerfeuer erhitzt werden.

Schwitzhütten werden allgemein von Schamanen geleitet. Innerhalb der Zeremonie werden Rituale wie z.B. Singen, Beten oder das Aussprechen von Mantras ausgeführt. Erst vor kurzem erschien ein Artikel in dem erklärt wurde, wie Meditation das Bewusstsein verändert. Die Anwendung von Mantras, Singen und Beten kann Teilnehmer von Schwitzhüttenzeremonien in eine Art meditative Trance versetzen, die dann eine bewusstseinsverändernde Wirkung hat.

Die unmittelbare Wirkung von Hitze

Dadurch, dass man sich eine Stunde lang der glühenden Hitze aussetzt, steigt die Körpertemperatur beachtlich an. Dies führt unter anderem zu Fieberstössen. Jeder der einmal einen solchen plötzlichen Anstieg der Körpertemperatur erfahren hat kennt den halluzinierenden Effekt, der hierdurch entstehen kann. Die Kombination aus Meditation und längerfristige Aussetzung an hohen Temperaturen, kann durchaus zu heftigen spirituellen Erfahrungen führen, vergleichbar mit der Einnahme von psychedelischen Substanzen.

Hinzu kommt, dass die Anstrengungen einer solchen Schwitzhauszeremonie so extrem sind, dass man irgendwann nicht mehr anders kann als sich zu übergeben. Hier werden dann auch allerlei Emotionen frei gelassen. Eine gut geleitete Zeremonie kann jedoch genau dann hilfreich sein, um Stress, posttraumatisches Stresssyndrome, Alkoholismus oder andere psychischen Erkrankungen zu behandeln. [1][2][3]

Obwohl Schwitzhütten im Allgemeinen eine spirituelle Bedeutung zugesprochen wird, hat der Besuch einer solchen Zeremonie eine förderliche Wirkung für den gesamten Körper. So wird zum Beispiel die Entgiftung stimuliert, der Blutdruck gesenkt, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt an und Infektionen werden bekämpft.

Forscher entdeckten Schwitzhütten und Syphilis

In der Vergangenheit stellte sich heraus, dass das Besuchen einer Schwitzhütte für eine ganz bestimmte Krankheit besonders hilfreich war. Als Columbus im fünfzehnten Jahrhundert Nordamerika erreichte, machten Forschungsreisende Bekanntschaft mit Schwitzhütten. Sie kamen ausserdem in Kontakt mit dem Syphilis Bakterium, welches von Seemännern nach Europa zurück gebracht wurde und hier eine Epidemie verursachte. Für diese Krankheit gab damals noch kein bekanntes Heilmittel und viele Europäer starben an den Folgen. Jedoch gab es auch diejenigen die sich von der Krankheit erholten. Dies war damals nur möglich, indem man zurück nach Nordamerika reiste, um sich einer Schwitzhüttenzeremonie zu unterziehen.

Die Indianer hatten nämlich einen sehr ausgebreitete Behandlung gegen Syphilis, bestehend aus einer strengen Diät, antibakteriellen Kräutern und dem Unterziehen mehrerer Schwitzhüttenzeremonien hintereinander.

Der grosse Geist heilt

Zu dieser Zeit war man sich noch nicht bewusst über Bakterien und dessen Einfluss auf Krankheiten. Die Indianer sahen Krankheiten demgegenüber als Geister, die auf einen zukamen wenn man eine Lektion fürs Leben notwendig hatte. Diese Lektion konnte man in der Schwitzhütte lernen, wo man dann mit dem grossen Geist in Kontakt trat. Wenn die Lektion gelernt wurde, trat die Heilung ein.

Heilung bei 42°C

Aus der Sicht der Wissenschaft gibt es eine ganz andere Erklärung warum Schwitzhüttenzeremonien, in Kombination mit antibakteriellen Kräutern, scheinbar Syphilis heilen konnten. Das Bakterium, das verantwortlich für Syphilis ist, ist eine Spirochäte, also ein sehr kleines Bakterium in der Form einer Schlange. Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass diese Bakterien bei 42°C sterben. Darüber hinaus, wirken Antibiotika wesentlich besser sobald die Temperatur steigt [4]. Schwitzhütten können die Körpertemperatur teilweise um bis zu 42°C ansteigen lassen. Hinzu kommen die Kräuter der Indianer, welche eine bewiesen anti-spirochätische Wirkung haben.

Westländler haben oft die Neigung, schamanische Heilkunst als Aberglaube abzutun, jedoch scheint die Wissenschaft stets mehr und mehr Nachweise zu liefern, dass diese tatsächlich eine heilende Wirkung mit sich tragen. Ein tolles Vorbild hierfür ist unser Enzyklopädie-Artikel über Kambo.

Auch gesunde Menschen können sich zur spirituellen Erfahrung einer Schwitzhüttenzeremonie unterziehen. Es ist sehr wichtig sich im Voraus ausreichend einzulesen, denn eine solche Schwitzhüttenzeremonie ist nicht gänzlich ungefährlich.

Sources

1. Schiff, Jeannette Wagemakers; Moore, Kerrie, The Impact of the Sweat Lodge Ceremony on Dimensions of Well-Being, American Indian and Alaska Native Mental Health Research: The Journal of the National Center, A.13 Nr.3 S. 48-69 2006

2. Steven M. Silver, John P. Wilson Native American Healing and Purification Rituals for War Stress, The Springer Series on Stress and Coping 1988, S. 337-355

3. ROBERTA L. HALL, Alcohol Treatment in American Indian Populations: An Indigenous Treatment Modality Compared with Traditional Approaches, Annals of the New York Academy of Sciences, Ausgabe 472, Alcohol and Culture: Comparative Perspectives from Europe and America S. 168–178, Juli 1986

4. Reisinger E, Wendelin I, Gasser R, Halwachs G, Wilders-Truschnig, Krejs G, Antibiotics and increased temperature against Borrelia burgdorferi in vitro. Scand J infect Dis. 1996;28(2):155-7.



Kommentare

  • Rach 04-12-2016 15:20:40

    I'm currently running a temp of 102f. It's this safe to enter into a sweat lodge with fever?


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