BlogDie dunkle Seite der Medikamente: Die Opioidkrise

Azarius

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Die dunkle Seite der Medikamente: Die Opioidkrise

14-05-2018 - 0 Kommentare

Wenn man einen Blick auf die Geschichte der Vereinigen Staaten wirft, sieht man eine Geschichte voller Konsum und Missbrauch, Experimente und Verfolgung bzw. Verbote und Antreiben von Drogen.

Wenn man sich die Suchtgifttrends dieses Landes ansieht, dann fühlt es sich wie eine leicht schizophrene Reise an. Auf der einen Seite die blühende Cannabiswirtschaft, mit Samenbanken wie DNA Genetics und Humboldt, welche die Vorteile von Cannabis Millionen von Konsumenten zugänglich machen. Ob zur medizinischen oder als Freizeitanwendung, diese Pflanze wird immer verantwortungsvoller und mit dem richtigen Wissen und guten Bestimmungen eingenommen.

Auf der anderen Seite des Mondes jedoch, erleben die USA die tödlichste Drogenkrise ihrer Geschichte: Die Opioidkrise.

Der Teufelskreis: Von Patienten zu Junkies

Stand 2017 werden zwei Millionen Amerikaner als legal oder illegal süchtig auf natürlich abgeleitete oder synthetische Opioide, wie Oxycodon, Hydrocodon, Perocet, Morphin oder Heroin, eingestuft. Diese Substanzen verbinden sich mit den Rezeptoren im Gehirn und im Rückenmarkt und unterbrechen so die Schmerzsignale. Sie können ausserdem Belohnungszonen im Gehirn aktivieren, indem sie das Hormone Dopamin freigeben, wodurch ein Gefühl von Euphorie oder High“ bewirkt wird.[1]  

Es beginnt üblicherweise mit einer banalen Verschreibung von Schmerzmitteln, eine relativ normale Praxis unter Ärzten in den USA, die diese Tabletten tendenziell übertrieben verschreiben, welche sowohl süchtig machen als auch eine Toleranz aufbauen.

Das führt dazu, dass einige Konsumenten (ca. 5 %), nachdem ihnen die legalen Medikamente abgesetzt wurden, versuchen ihre Sucht durch den Schwarzmarkt zu stillen, auf dem es billigeren und stärkeren Stoff gibt. Statistiken bestätigen, dass heutzutage vier von fünf Heroinsüchtigen mit verschriebenen Schmerzmitteln begonnen haben.

Und dann wird es schlimmer...

In den letzten Jahren betrat ein neuer Akteur die Bühne und hatte einen besonderen Einfluss, nämlich Fentanyl. In der medizinischen Welt wird es gewöhnlich bei Patienten verwendet, die unheilbare Krankheiten haben. Dennoch wurde der Schwarzmarkt 2007 aufgrund seiner Potenz und weitreichenden Verfügbarkeit davon überflutet und es wurde damit begonnen, es zum Strecken von anderen Drogen, vor allem Heroin, zu verwenden. Es wird allgemein anerkannt, dass Fentanyl der Hauptverantwortliche für den Anstieg der tödlichen Überdosierungen ist, da es 10 bis 50 Mal stärker ist als Heroin [2] und für das blosse Auge nicht nachweisbar ist.

Obwohl sich diese Krise auch auf einige städtische Gebiete – Philadelphia, Detroit, Chicago – auswirkt, ist die demographisch davon am meisten betroffene Gruppe weiss, männlich und aus ländlichen Arbeiterklasse stammend. Der Statistik zufolge starben 2015 91 Menschen täglich an einer Opioid Überdosis [3]. 2016 stiegt diese Zahl auf 66.000 Menschen jährlich an. Letztes Jahr gab es dadurch mehr Tote als bei Schusswaffentötungen oder Unfällen im Strassenverkehr.

Die Wurzel des Problems

Es ist nicht möglich der Wurzel einer Krise dieser Grösse auf die Spur zu kommen, ohne dabei einige wichtige Ereignisse und einige sehr profitable Interessen in Betracht zu ziehen. Der Beginn des Anstiegs des Heroinkonsums läuft parallel mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch 2008. Zu dieser Gleichung muss man ausserdem eine aggressive Kampagne von Pharmafirmen, wie Purdue Pharma [4], hinzufügen, die "riesige Profite machten, bevor sie die Wahrheit sagten, dass ihr Verhalten direkt für den überwältigenden Anstieg an Heroinsucht verantwortlich war, die Leben und Familien zerstört”. [5]

Das schamlose Überfluten des amerikanischen Marktes mit Schmerzmitteln gründet hauptsächlich auf der Manipulation eines Artikels aus dem Jahr 1980, publiziert im New England Journal of Medicine [6], in dem behauptet wird, dass es kein Suchtrisiko bei der Einnahme von Opioiden gegen chronische Schmerzen gibt. Diese Teilstudie wurde der Pharmaindustrie als definitive Forschung präsentiert und gab ihr den ‘offiziellen’ medizinischen Rückhalt, den sie brauchte, um ihre Kampagne durchzuführen: Die medizinische Gemeinschaft von den Wundern dieser magischen Tabletten zu überzeugen. Im Jahr 2012 wurden 282 Million Opioid Verschreibungen ausgestellt.

Und was jetzt?

Am 26. Oktober 2017 erklärte der Präsident der Vereinigten Staaten die Opioidkrise zu einem nationalen Gesundheitsnotstand. Obwohl viele meinen, dass bei dieser Erklärung die adäquaten Mittel fehlen, um ein derartig massives Problem zu bekämpfen, ist es vielleicht zumindest ausreichend, um diesem tödlichen Problem die notwendige Aufmerksamkeit zu geben, was bis jetzt nur dazu geführt hat das Budget für die Ordnungshüter zu erhöhen.

Viele Experten und betroffene Einzelpersonen (von Ersthelfern bis zu Familien der Süchtigen) schlagen eine weitgehende Erhältlichkeit von Naloxon [7] vor, einem Medikament, das eine Opioid Überdosis umkehren kann. Eine weitere Massnahme ist eine Einschränkung der Verschreibung von Schmerztabletten auf einen Behandlungszeitraum von sieben Tagen für alle akuten Schmerzbeschwerden.

Trotzdem werden diese Schritte auch von sozialen, politischen und kulturellen Bemühungen begleitet werden müssen; von der Verteilung objektiver Information bis zur Finanzierung von Behandlungszentrum, vom Finden effektiver und sozialer Zugänge zur Behandlung von Störungen und Krankheiten bis zur kritischen Betrachtungsweisen der Pharmafirmen, etc.

Das klingt unheimlich

Das ist in der Tat die dunkle Seite von Medikamenten. Wenn die Einnahme von Medikamenten ein Einbahn-Trip wird, um der Welt zu entfliehen, anstatt das Leben zu entwickeln, vertiefen und zu entdecken, dann gibt es normalerweise unangenehme Konsequenzen.

Ein kleiner Rat: Was auch immer man einnimmt, es sollte so rein wie möglich sein. Die Verwendung eines EZ-Kits, beispielsweise, kann zumindest dabei helfen sicherer zu trippen.

Es ist nicht der Ort und nicht unsere Aufgabe jene zu verurteilen, die im Netz der Sucht und der Verzweiflung enden, es handelt sich um etwas, das wir niemandem wünschen. Vor allem am Beispiel der Vereinigten Staaten sieht man die Konsequenzen einer hinterlistigen und profitgierigen Industrie. Wenn Du uns fragst, sollten wir besser auf die Geschenke der Mutter Natur vertrauen, als auf die vergifteten Geschenke der grossen Bosse.

Quellen



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