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Mikrodosieren und der Placeboeffekt – Sein eigenes „self-blinding“ Mikrodosierexperiment durchführen

13-06-2019

Alles was man braucht um mit dem Mikrodosieren zu beginnen

Warum mikrodosiert man Psychedelika?


Am 26. Mai 2019 nahm der Autor an einem Seminar zum Thema Mikrodosieren, organisiert von microdosing.nl, in Amsterdam teil. Microdosing.nl und eine der Gründer, Jakobien, wurden bereits in einem Artikel über die Vorteile einer Microdosing Community erwähnt. Dieses Mal konzentrierte sich das Seminar auf eine Reihe von Forschungsarbeiten, die von Dr. James Fadiman, Dr. Toby Lea und Dr. Kim Kuypers durchgeführt wurden.

Online Umfrage über Mikrodosieren – Die Grundlagen

Aus der von Dr. James Fadiman durchgeführten und betreuten Studie ergibt sich eine Vielzahl von Gründen, warum Menschen psychedelische Substanzen mikrodosieren: von der Bekämpfung chronischer Schmerzen, schmerzhafter Menstruationszyklen, der Reduzierung von Angstzuständen bis zum Wunsch, eine spirituell erfüllende Selbstentfaltung voranzutreiben. Bemerkenswert ist, dass 50% der Probengruppe Mikrodosieren als Mittel zur Linderung von Symptomen von Depression erwähnten, oft nachdem sie von SSRI- oder MAOI-Antidepressiva enttäuscht worden waren. James Fadiman und seine Mitarbeiter machten es sich zur Aufgabe, um mehr darüber zu erfahren, wie diese umstrittenen und – meistens – illegalen psychedelischen Substanzen positive und therapeutische Wirkungen haben können.

Über einen Zeitraum von 18 Monaten nahmen mehr als 1000 Personen aus 59 Ländern an einer Studie (publiziert im März 2019) über die Wirkung des Mikrodosierens teil. Den Teilnehmern war es selbst überlassen, einen akzeptablen Dosierungs- und Verabreichungsplan zu erstellen, wurden aber gebeten, sich täglich zu ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden zu äussern. Sie folgten ihrem eigenen Format, indem sie tägliche, subjektive Berichte und standardisierte Informationen über eine PANAS Checkliste einreichten.

Vergangenheit und Gegenwart des Mikrodosierens – Erwartungen und Auswirkungen

Eine ähnliche Forschungsinitiative wurde kürzlich von Dr. Toby Lea, einem Forscher am Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung, durchgeführt. In einer internationalen Online-Umfrage äusserten sich 1533 Teilnehmer zu ihrer Motivation, den wahrgenommenen Gesundheitsergebnissen und der möglichen Schadensreduzierung im Zusammenhang mit einer aktuellen oder früheren Mikrodosierung. Auch hier gaben 40% der Teilnehmer an, dass Depressionen ihre Hauptmotivation waren.

Aus dieser umfassenden Umfrage leitete Dr. Lea eine Reihe von Clustern ab, die bestimmte Fragen der Umfrage gruppieren. Es scheint, dass das Mikrodosieren psychedelischer Substanzen für verbesserte Stimmung und Wohlbefinden und eine erhöhte Lust auf soziale Interaktion sorgte. Ein grosser Prozentsatz der Befragten gab an, dass das Mikrodosieren entweder nicht wirklich funktionierte oder Angstgefühle auslöste, aber diese Beschwerden schienen mit der täglichen Einnahme einer Dosis zusammenzuhängen, statt einem abwechselnden Protokoll zu folgen.

Getrocknete Magic Mushrooms

Das Wesentliche zur psychedelischen Forschung und deren Inhalte

Einschränkungen in der psychedelischen Forschung

Ebenfalls anwesend war Dr. Kim Kuypers, eine erfahrene Forscherin über die Auswirkungen von psychedelischen Substanzen auf unser Wohlbefinden und unsere Kreativität, die derzeit an der Universität Maastricht beschäftigt ist. Dr. Kuypers war auch an einer Studie im Jahr 2018 über die Auswirkung einer einzigen Dosis Psilocybin auf die Kreativität beteiligt. Die Ergebnisse dieser Studie sind ermutigend und rechtfertigen weitere Forschungen, enthalten jedoch auch eine Reihe interessanter Vorbehalte. Zum einen ist die Stichprobengrösse eher klein (N=55), wobei etwa die Hälfte (N=22) der Teilnehmer 7 Tage nach der Einnahme von Psilocybin alle oder einen Teil der Folgeuntersuchungen absolvierte. Viele Probanden, die an einem Psilocybin-Retreat teilnahmen, hatten explizit bestimmte Erwartungen an die Wirksamkeit von Psilocybin beim „Sich-Selbst-Verstehen“ (83,6%) oder bei der „Problemlösung“ (49,1%) gestellt. Auch die blosse Tatsache, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen innerhalb einer Gruppe von Gleichgesinnten teilten, könnte das vorübergehende Gefühl von Lebenszufriedenheit verstärken haben. Alle diese Faktoren tragen zu dem bei, was gemeinhin als Placebo-Effekt bezeichnet wird.

Bei einer ähnlichen, oft zitierten Studie, haben Forscher der Universität von Leiden ihre Ergebnisse abgeschwächt, indem sie auf ähnliche Einschränkungen hinwiesen. Die Teilnehmer – Mitglieder der Niederländischen Psychedelischen Gemeinschaft – konnten als positiv gegenüber der Idee, Psychedelika zur Verbesserung ihres allgemeinen Wohlbefindens einzusetzen, bezeichnet werden. Auch wurde bei der Studie keine Kontrollgruppe eingesetzt. Schliesslich könnten kognitive Tests, die vor der Verabreichung von Psilocybin durchgeführt werden, um einen Referenzwert festzulegen, die Teilnehmer dazu bringen, bei nachfolgenden Tests bessere Ergebnisse zu erzielen.

Placebokontrollierte Studien zu Psychedelika

Das Organisieren einer placebokontrollierten Studie in einem klinischen Rahmen ist oft eine komplizierte Angelegenheit, vor allem bei Psychedelika. Denn wäre man schliesslich bereit, Zeit und Mühe für die Teilnahme an einer Studie anzuwenden, bei der es eine 50%ige Chance gibt, dass man in der Kontrollgruppe landet? Die Verwendung von (oft illegalen) Psychedelika für wissenschaftliche Zwecke erfordert einheitliche und zertifizierte Dosen, die einen bestimmten Prozentsatz an Wirkstoffen enthalten, wobei die Zertifizierung eine kostspielige Angelegenheit ist. Auch die regelmässige Nachbetreuung der Teilnehmer durch einen geschulten Fachmann und die Durchführung von Tests, die über einfache Fragebögen hinausgehen, ist teuer.

In einer solchen placebokontrollierten, doppelblinden (weder die Testgruppe noch die Kontrollgruppe werden über ihre Rolle informiert) Studie aus dem Jahr 2016, erhielten Patienten mit einer lebensbedrohlichen Krebsform und damit verbundenen depressiven Symptomen eine Einzeldosis Psilocybin. Die Testgruppe erhielt eine hohe Dosis Psilocybin, während die Kontrollgruppe eine Dosis erhielt, die mit ziemlicher Sicherheit pharmakologisch inaktiv war.

Die Studie ergab eine signifikante Reduktion der depressiven und angstbedingten Symptome unmittelbar nach und bis zu 6 Monate nach der Einnahme der Dosis. Diese Reaktion war in der Testgruppe signifikant stärker als in der Kontrollgruppe. Interessanterweise wurden die Teilnehmer beider Gruppen darüber informiert, dass sie Psilocybin erhalten würden, wodurch „Erwartungseffekte“ in beiden Gruppen präsent sein könnten.

Am Ende der Präsentation von Dr. Kuypers über ihre neuesten Forschungen zur „idealen“ Menge an LSD zum Mikrodosieren fragte Jakobien, inwieweit der Placebo-Effekt in eine „natürliche Heilwirkung“ umgeformt werden könnte. Es wird viel darüber gesprochen, die natürliche Heilungsreaktion des Körpers auszulösen, und es wäre falsch, diese Fähigkeit in ein negatives Licht zu stellen. Die Tendenz des Körpers, sich selbst zu heilen, wenn man glaubt, dass einem geholfen wird, ist eine gute Sache und sollte angenommen werden. Wenn jedoch die Vorteile der Einnahme kleiner Dosen einer psychedelischen Substanz ausschliesslich auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind, läuft etwas schief. Wäre nicht jede Substanz oder Praxis, die bestimmte Erwartungen weckt und eine Vielzahl positiver Assoziationen hervorruft, eine echte Alternative?

Mikrodosieren Hirnverbindungen

Sein eigenes „self-blinding“ Mikrodosierexperiment durchführen


Ernsthaft mikrodosieren

Um die Forschungsarbeiten von Fadiman zu den Auswirkungen und Praktiken des Mikrodosierens zu verfeinern, lädt eine Gruppe von Forschern alle (Mindestalter 18 Jahre) ein, an einer Online-Mikrodosierungsstudie mit einem gewissen Grad an Placebokontrolle teilzunehmen. Diese Studie wird vom Imperial College London betreut und von der Beckley Foundation gesponsert, einer zwielichtigen Organisation, die auf die Weltherrschaft aus ist. Spass beiseite, die Beckley Foundation ist eine NGO geleitet von Amanda Feilding (Gräfin von Wemyss & March und gelinde gesagt eine wichtige Person), die sich der Finanzierung und Unterstützung der Erforschung psychoaktiver Substanzen widmet und Reformen in der Politik vorantreibt.

Was ist dein Ding – LSD oder Psilocybin?

Die Teilnehmer müssen eine Reihe von Mikrodosierungskapseln herstellen, die LSD oder getrocknete Psilocybin Pilze enthalten und eine Reihe von Placebo-Kapseln. Der Autor entschied sich für getrocknete Psilocybin Trüffel (Galindoi) und gewöhnliche Pilze (Maitake) – letztere schmecken nach dem Trocknen übrigens phänomenal – und eine 0,4 Gramm Mikrodosis. Die ideale Mikrodosis sollte hoch genug sein, um pharmakologisch aktiv zu sein, aber niedrig genug, damit man keine tripartigen Effekte erlebt.

Ich habe mir diese Dosis ausgedacht, nachdem ich verschiedene Quellen im guten alten Internet konsultiert hatte. Die Faustregel wäre 1/10 einer normalen Dosis frischer Psilocybin-Trüffel zu nehmen und dann zwischen 30% und 50% dieser Menge (je nach Vorzug) für die Mikrodosis getrockneter Trüffel zu nehmen. Nachdem ich eine 0,4 Gramm Mikrodosis genommen hatte, glaube ich etwas gefühlt zu haben, aber ich bin mir nicht ganz sicher, das ist allerdings vermutlich auch das Ziel der Studie. Vor Beginn dieses Experiments sollte man sich etwas Zeit nehmen, um eine Mikrodosis zu bestimmen, bei der man sich wohlfühlt und die den Alltag nicht beeinträchtigt.

Sein Mikrodosierungsexperiment mit Placebo überprüfen

Vor Beginn des Experiments wird man gebeten, einen Dosierungsplan festzulegen, in dem man die Wochentage festlegt, an denen man eine Kapsel einnimmt. Das Mikrodosierungsexperiment läuft 10 Wochen lang, mit einer Woche ohne Dosierung, 4 Wochen mit Dosierung, gefolgt von 5 Wochen ohne Dosierung und einer Reihe von Folgeberichten. Während der „Dosierwochen“ folgt man entweder einem wirklichen Mikrodosierungsschema oder man erhält eine Placebowoche. Auch während des Mikrodosierens gibt es eine Reihe von Placebotagen.

Insgesamt bereitet man 8 Mikrodosierkapseln und 24 Placebo-Kapseln vor, wobei eine zufällige Auswahl der Hälfte dieser Kapseln in den Dosierwochen enthalten ist. Es ist daher nicht klar, wie viele „echte“ Mikrodosierungskapseln in das Experiment einbezogen werden und es könnte sehr gut sein, dass die überwiegende Mehrheit dieser Kapseln Placebos sind. Das Experiment arbeitet mit QR-Codes, um rückwirkend zu jedem „Dosiertag“ bestimmen zu können, ob man wirklich eine Mikrodosierung durchgeführt oder nur ein Placebo eingenommen hat. Interessant herauszufinden, oder nicht?

Die gesammelten Ergebnisse dieser Studie werden Ende 2019 veröffentlicht und die Daten werden bis in den Sommer hinein erhoben.

Alles was man zum Mikrodosieren braucht



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